Peer-Projekt an Fahrschulen

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PEER-Drive Clean!

Mit „PEER-Drive Clean!" wurden in Anlehnung an das in Sachsen-Anhalt entwickelte Konzept zum PEER-Projekt an Fahrschulen Fachwissen und Ressourcen verschiedener Arbeitsfelder (Suchtprävention, Gesundheitsförderung, Verkehrssicherheitsarbeit) aus verschiedenen Ländern intelligent gebündelt. Im Verlauf des „PEER-Drive Clean!" erfolgte in den Modellregionen der Aufbau von eigenständigen PEER-Education-Projekten, in denen Jugendliche und junge erwachsene Fahrschüler/innen und Fahranfänger/innen über die Gefahren von Alkohol-/Drogenkonsum und Straßenverkehrsteilnahme informiert und aufgeklärt wurden. PEER-Drive Clean! wurde von Institutionen aus Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien und Spanien von 2006 bis 2008 mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission (Executive Agency for Health and Consumers) umgesetzt. In 946 PEER-Einheiten wurden so in den zehn beteiligten Staaten 9.922 Fahrschüler/-innen erreicht.

Entsprechend der europäischen Führerscheinrichtlinie müssen alle Fahrer vor Erteilung der Drive-Lizenz eine Prüfung ablegen. Trotz der vergleichsweise hohen Kosten für Fahrausbildung und -prüfung sind junge Menschen hoch motiviert, ihren Führerschein zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erhalten. Um diese hohe Motivation zu nutzen, sollten die eigenständigen Teil-Projekte des „PEER-Drive Clean!“ so platziert werden, dass die Zielgruppe möglichst zeitnah zur (im besten Falle kurz vor) Erteilung der Fahr-Lizenz erreicht wird. In 60- bis 90minütigen PEER-Unterrichtsstunden arbeiteten ausgebildete PEER-Educatoren mit jungen Menschen. Gemeinsam mit den Fahrschülern/innen/jungen Fahranfängern/innen wurden individuelle und handhabbare Strategien und Regeln für ihre motorisierte Verkehrsteilnahme entwickelt. Junge Fahrer/innen sollen dabei befähigt werden, gefährliche Rauschfahrten zu vermeiden.

In den Modellregionen wurden unter Einbeziehung von lokal ansässigen Fahrschulen, Polizei, Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit und ggf. der Jugendarbeit, Hochschulen etc. eigenständige PEER-Education-Projekte organisiert.

Vorteile dieses Ansatzes:

  • Ersten Erfahrungen mit Alkohol und ggf. auch illegalen Drogen haben die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Fahrausbildung bereits gesammelt.
  • Die PEER-Educatoren sind auch Fahranfänger/innen und wissen von den Trink-Fahr-Konfliktsituationen in die junge Fahrer/innen geraten können.
  • Da sie zudem aus der betreffenden Region stammen, kennen sie die lokalen Treffpunkte, Discotheken, Partys etc., die für die Adressaten von Interesse sind. Mit ihren eigenen Erfahrungen besitzen die PEER-Educatoren für die Adressaten eine hohe Authentizität, so dass eine offene Diskussion möglich wird und auch heikle Themen besprochen werden können.
  • Informationen über gesetzlichen Bestimmungen, Gesundheitsgefährdung, Risikopotentiale und Vermeidungsmotive und -strategien können somit niederschwellig und für die Zielgruppe verständlich und angemessen an die Adressaten übermittelt werden.

Die Ergebnisevaluation bestätigt den Erfolg des Modellprojektes. 86,2% der beteiligten Fahrschüler/innen fanden die erlebte Einheit gut bis sehr gut, 85,6% fühlten sich besser darüber informiert, wie Rauschfahrten vermieden werden können, 93,2% der Teilnehmer/innen sind der Ansicht, dass jeder Fahrschüler eine PEER-Einheit miterleben sollte und 88,5% würden nach der erlebten PEER-Einheit nicht mit einem berauschten Fahrer mitfahren. Ein weiterer Erfolg dieses Modellprojektes und zugleich Bestätigung für die Wirksamkeit dieses Ansatzes ist die Tatsache, dass PEER-Drive Clean! gegenwärtig noch in insgesamt sechs Staaten umgesetzt wird: Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Österreich und Slowenien.

Ein Handbuch zum Aufbau und zur Umsetzung eines PEER-Drive Clean!-Projektes, der Abschluss- sowie Evaluationsbericht des von 2006 bis 2008 umgesetzen EU-Projektes sind im Download-Bereich abrufbar.

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