Peer-Projekt an Fahrschulen

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Wirkung

Wie Alkohol wirkt, weiß fast jeder von uns. Alkohol kann je nach konsumierter Menge und Alkoholkonzentration des Getränks „erwünschte“ oder „unerwünschte“ Wirkungen hervorrufen. Alkohol wirkt in niedrigen Dosierungen anregend, Hemmungen werden abgebaut und die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft wird gefördert, da bestimmte Kontrollmechanismen des Gehirns unterdrückt werden. Bei höheren Dosierungen kann Alkoholkonsum aber auch zu Aggression, Übelkeit, Desorientierung, Verlust der Kontroll- und Steuerungsfähigkeit bis hin zu Vergiftungserscheinungen mit Todesfolge führen. Alkohol ist ein sogenanntes Zellgift, welches sich durch das Blut im gesamten Körper ausbreitet, das heißt regelmäßiger Konsum zerstört bzw. greift fast alle Organe im Körper an (und nicht „nur“ das Gehirn und die Leber).

Die Hauptwirkung des Alkohols beeinflusst das Befinden und das Sozialverhalten. Schon bei geringen Konsummengen (unter 0,3 Promille) sind Veränderungen wahrzunehmen. Alkohol hat eine angstlösende, enthemmende, erregungssteigernde und euphorisierende Wirkung. Bei Alkoholisierungen ab etwa 0.3 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) kommt es zu ersten Beeinträchtigungen. Das Sehfeld wird eingeschränkt und Entfernungen können nicht mehr sicher eingeschätzt werden. Nimmt der Grad der Alkoholisierung weiter zu, werden die gewünschten Hauptwirkungen von „negativen“ Nebenwirkungen überschattet. Diese Nebenwirkungen sind Einschränkungen und Beeinträchtigungen des Leistungsvermögens bzw. körperlicher Funktionen, wie Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen.

Die positiven Effekte einer kleinen Alkoholmenge auf das Befinden und Sozialverhalten, können sich mit zunehmender Dosis zu starken Beeinträchtigungen psychischer Funktionen entwickeln. „Grundmechanismus ist hier eine globale Enthemmung und (dadurch) Demaskierung sonst unterdrückter Charakterzüge: Alkoholtypisch ist insbesondere das unreflektierte sofortige Umsetzen spontaner Impulse (vom Faustschlag über „Strafmaßnahmen“ gegen andere Verkehrsteilnehmer bis zu so genannten Schnapsideen)“ (PENNIG u. a. 1997 S. 19). In der Folge kommt es zu Selbstüberschätzung, erhöhter Risikobereitschaft, geminderter Kritikfähigkeit und mit steigender Alkoholkonzentration zu Desorientiertheit bis hin zu alkoholbedingten Erinnerungslücken.

Positive Alkoholwirkungen sind bis etwa 0,5 Promille BAK zu verzeichnen bei einer Konzentration von 0,5/0,6 Promille überwiegen die negativen Wirkungen die gewünschte Hauptwirkung. Eine Summation der positiven und negativen Alkoholwirkungen würde dazu führen, dass die meisten Menschen bei etwa 0,5 Promille eine „Konsumschranke“ erreichen. Ein Alkoholkonsum über diese „Schranke“ hinaus würde ein Weniger an gewünschter Wirkung und ein Mehr an negativer Beeinträchtigung bedeuten. Alkoholisierung wird vom Konsumenten bereits vor 0,3 Promille BAK bemerkt. Im Bereich zwischen 0,3 und 0,8 Promille steigt das Trunkenheitsgefühl der Konsumenten nicht weiter an (vgl. ebd. S. 13). 

Literatur:
Penning, R.; Gilg, T.; von Meyer, L.; Tutsch-Bauer, E.; Weichhold, G.: Rechtsmedizin systematisch. Vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e. V. herausgegebener Sonderdruck. Bremen. 1997

Spotlight Hamburg

Mobil? Aber sicher! – unter diesem Motto informieren verschiedene Hamburger Organisationen und Behörden über die Themen Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr.

Konsumverzicht und Punktnüchternheit sind die Stichworte, die wir gemeinsam vermitteln wollen. Der Slogan Führerschein oder Joint?! aus unserer Kampagne DRUGSTOP bringt es auf den Punkt. Neben einer breiten Information der Öffentlichkeit durch diese Aktion steht für uns der Dialog mit Fahranfänger/innen im Rahmen des so genannten  Peer-Projektes an Hamburgs Fahrschulen im Mittelpunkt. Mittlerweile kommen wir auf rund 30 Einsätze pro Monat. Das Experimentieren mit Alkohol und illegalen Drogen fällt in die Zeit, in der viele junge Leute sich auch entscheiden, ihren Führerschein zu machen. Von uns qualifizierte junge Menschen stehen als Peers im Dialog mit den Fahrschüler/innen und informieren über die Gefahren und Folgen des Drogenkonsums im Straßenverkehr. Wichtig ist, den zukünftigen Führerscheinbesitzern deutlich zu machen, dass jeder einzelne durch ein verantwortungsvolles Verhalten zu mehr Sicherheit beiträgt. Weit über 15.000 Fahranfängerinnen und Fahranfänger haben wir erreicht. Insgesamt beteiligen sich mittlerweile über 30 Hamburger Fahrschulen an dem Projekt.

Unsere Erfahrung zeigt, dass das Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr bei Fahranfänger/innen eine hohe Bedeutung hat. Unsere Befragungen zeigen, dass die Erwartungen der Teilnehmer/innen an unseren Einsatz deutlich übertroffen werden. Der Nutzen des Konzeptes für die Verkehrssicherheit ist überdurchschnittlich hoch.

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