Drogenkonsum stellt insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene eine deutliche und in vielen Ländern Europas zunehmende Gesundheitsgefährdung dar. "Alkohol am Steuer" ist in diesem Kontext ein dramatisches Problem. Die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht gleichermaßen im Fokus von "Suchtprävention" und "Verkehrssicherheit". Aber gerade die 15- bis 24-Jährigen sind für Präventionsbotschaften nur schwer erreichbar.
Mit „PEER-Drive Clean!" werden Fachwissen und Ressourcen verschiedener Arbeitsfelder (Suchtprävention, Gesundheitsförderung, Verkehrssicherheitsarbeit) intelligent gebündelt. Im Verlauf von „PEER-Drive Clean!" wird in den Modellregionen der Aufbau von eigenständigen PEER-Education-Projekten erfolgen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene Fahrschüler/innen und Fahranfänger/innen über die Gefahren von Alkohol-/Drogenkonsum und Straßenverkehrsteilnahme informiert und aufgeklärt werden.
Entsprechend der europäischen Führerscheinrichtlinie müssen alle Fahrer vor Erteilung der Drive-Lizenz eine Prüfung ablegen. Trotz der vergleichsweise hohen Kosten für Fahrausbildung und -prüfung sind junge Menschen hoch motiviert, ihren Führerschein zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erhalten. Um diese hohe Lernmotivation zu nutzen, sollen die eigenständigen Teil-Projekte des „PEER-Drive Clean!“ so platziert werden, dass die Zielgruppe möglichst zeitnah zur (im besten Falle kurz vor) Erteilung der Fahr-Lizenz erreicht wird. In 60- bis 90minütigen PEER-Unterrichtsstunden arbeiten ausgebildete PEER-Educatoren mit jungen Menschen. Gemeinsam mit den Fahrschülern/innen/jungen Fahranfängern/innen werden individuelle und handhabbare Strategien und Regeln für ihre motorisierte Verkehrsteilnahme entwickelt. Junge Fahrer/innen sollen dabei befähigt werden, gefährliche Rauschfahrten zu vermeiden.
Vorteile dieses Ansatzes:
- Ersten Erfahrungen mit Alkohol und ggf. auch illegalen Drogen haben die Jugendlichen zum Zeitpunkt der Fahrausbildung bereits gesammelt.
- Die PEER-Educatoren sind auch Fahranfänger/innen und wissen von den Trink-Fahr-Konfliktsituationen in die junge Fahrer/innen geraten können.
- Da sie zudem aus der betreffenden Region stammen, kennen sie die lokalen Treffpunkte, Discotheken, Parties etc., die für die Adressaten von Interesse sind. Mit ihren eigenen Erfahrungen besitzen die PEER-Educatoren für die Adressaten eine hohe Authentizität, so dass eine offene Diskussion möglich wird und auch heikle Themen besprochen werden können.
- Informationen über gesetzlichen Bestimmungen, Gesundheitsgefährdung, Risikopotentiale und Vermeidungsmotive und -strategien können somit niederschwellig und für die Zielgruppe verständlich und angemessen an die Adressaten übermittelt werden.
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