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Opiate  Opiate

Morphin und Heroin gehören zur Gruppe der Opiate. Opiat ist der Sammelbegriff für die aus Opium hergestellten Stoffe. Rohopium/Opium ist der eingetrocknete Milchsaft des Schlafmohns, der aus den Samenkapseln gewonnen wird (vgl. HURRELMANN/BRÜNDEL 1997 S. 183f.). Morphin (der Wirkstoff des Heroins) wird in der Medizin als Schmerzmittel mit narkotischer Wirkung verwendet. Das halbsynthetische Heroin wird aus Morphin hergestellt (ITEN 1994 S. 187f.). Opiate haben eine zentral dämpfende, schmerzlindernde, beruhigende und schlafvermittelnde Wirkung.

Die häufigste Applikationsform von Heroin ist die intravenöse Injektion, Schniefen/Schnupfen (Aufnahmen über die Nasenschleimhaut) und Rauchen ist auch möglich. Wiederholter Opiat-Konsum führt zu starker physischer und psychischer Abhängigkeit mit hoher Toleranzentwicklung. Heroin hat ein sehr hohes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential. Die psychische Abhängigkeit entwickelt sich schon nach kurzem Konsumzeitraum. Auch die mit der physischen Abhängigkeit verbundenen Entzugserscheinungen, wie Nervosität, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Erbrechen und schmerzhafte Krämpfe, treten nach relativ kurzer Konsumdauer auf. Psychische Folge des Heroinkonsums ist eine erhebliche Verringerung der Leistungsfähigkeit und des Antriebs. Jegliche Aktivitäten der Konsumenten konzentrieren sich nach einiger Zeit nur noch auf die Beschaffung der Droge (vgl. ebd. 184 ff.; KATZUNG 1994 S. 43 ff.).
Die dämpfende Opiatwirkung ist verbunden mit reduzierter geistiger Aktivität, Konzentrationsschwäche, Apathie, Benommenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Außenreizen. Es kommt zur Veränderungen der Reaktionszeit. Nach der zunächst positiv empfundenen Wirkung (Euphorie, Entspannung, Wärmegefühl) kommt es zu negativen Veränderungen der Stimmungslage. Die durch Opiate hervorgerufene Pupillenverengung wirkt sich negativ auf die Hell-Dunkel-Adaption aus. Aufgrund der schnellen Toleranzbildung treten bei abhängigen Konsumenten mit Unterbrechung der „regelmäßigen“ Stoffzufuhr schnell Entzugserscheinungen auf, die ein sicheres Führen von Kraftfahrzeugen nicht zulassen (ITEN 1994 S.189).

Literatur:

Hurrelmann, K.; Bründel, H.: Drogengebrauch - Drogenmissbrauch. Darmstadt. 1997
Iten, p. X.: Fahren unter Drogen- und Medikamenteneinfluss - Forensische Interpretation und Begutachtung. Zürich. Institut für Rechtsmedizin. 1994

Katzung, W.: Drogen in Stichworten: Daten, Begriffe, Substanzen. Landsberg. 1994

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