Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat sich zunehmend - auch im deutschen Sprachraum - das Konzept Peer-Involvement etabliert. Wörtlich übersetzt beschreibt Peer-Involvement die Beteiligung/ Involvierung Gleicher/Gleichgesinnter sowie das persönliche Engagement von Personen für Personen in ähnlicher Situation (vgl. MISSINGER, S.854). Bei dem Peer-Involvement-Konzept handelt es sich immer um personalkommunikative Ansätze, die in einer bestimmten Zielgruppe durch Angehörige dieser Zielgruppe durchgeführt werden. Das heißt, die Multiplikatoren oder Mediatoren für bestimmte Themen und Inhalte sind im gewissen Sinne ‚gleich’ mit den Adressaten, an die die „Botschaften“ herangetragen werden sollen. Hinter dem Konzept stehen speziellere Ansätze, wie Peer-Education, Peer-Support und Peer-Counseling, die sich jeweils auf die Erziehung/Bildung, Unterstützung oder Beratung Gleicher durch Gleiche beziehen (vgl. TRAUTMANN/BARENDREGT 1994 S. 5 ff.; SCHÖNBACH 1996 S. 21).
Der mittlerweile bekannteste Ansatz ist der der Peer-Education, er wird in der sozialwissenschaftlichen Literatur von der Peer-Group-Forschung abgeleitet. Als peers werden Menschen bezeichnet, die annähernd den gleichen Rang und Status besitzen und etwa das gleiche Alter haben. Die Peer-Group ist demnach eine Gruppe von Menschen, mit denen Rang, Status und Alter geteilt und Beziehungen unterhalten werden. Hauptsächlich bezieht sich der Begriff Peer-Group auf die Kontakte, die junge Menschen untereinander pflegen (vgl. SCHÖNBACH 1995 S. 18).
Literatur:
Missinger, H. (1997): Langenscheidts Großes Schulwörterbuch, Englisch – Deutsch, Berlin, München.
Trautmann, F./Barendregt, C. (1994): Europäisches Peer-Support Handbuch – Peer-Support als eine Methode der Aids-Prävention unter intravenösen Drogenkonsumenten, Niederländisches Institut für Alkohol und Drogen (NIAD). Utrecht.
Schönbach, K. (1995): Peer-education – Ein Ansatz von Jugendlichen für Jugendliche zu Fragen über Liebe, Sexualität und Schwangerschaft, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) Köln.
Schönbach, K. (1996): Gesundheitsförderung und peer-involvement bei Jugendlichen. In: Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin (Hrsg.): Gesundheitsförderung - Themen und Konzepte.
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